Was ist passiert?
Die Allgemeine Baugenossenschaft Wuppertal eG (ABG) weitet den Einsatz digitaler Zutrittskontrolle auf ihren gesamten Wohnungsbestand aus. Grundlage dafür ist das digitale Zutrittssystem KIWI, das die Genossenschaft bereits seit 2020 für unterschiedliche Zugänge und Anwendungen in der eigenen Verwaltung nutzt. Nach einer dreimonatigen Erprobungsphase kamen zunächst erste Wohngebäude hinzu, nun wird die Lösung schrittweise auf weitere Gebäude ausgeweitet.
Die Details
Die Einführung der digitalen Zutrittslösung erfolgt nicht isoliert, sondern im Rahmen der laufenden Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen der ABG. Die digitale Zutrittsinfrastruktur wird dabei schrittweise in den Sanierungszyklus integriert und bei ohnehin anstehenden Maßnahmen direkt mitberücksichtigt. Damit verbindet die Genossenschaft die bauliche Modernisierung ihrer Gebäude unmittelbar mit der Weiterentwicklung ihrer Verwaltungsprozesse.
Christian Theimann, Vorstand der ABG Wuppertal eG, begründet die Entscheidung mit den eigenen Praxiserfahrungen: „Wir haben KIWI zunächst selbst eingesetzt und konnten dadurch Erfahrungen aus unserem eigenen Arbeitsalltag sammeln. Für uns war entscheidend, dass sich die Lösung im täglichen Betrieb bewährt und tatsächlich Abläufe vereinfacht. Diese Erfahrungen haben uns darin bestärkt, den Einsatz nun auf unseren Wohnungsbestand auszuweiten.“
Neben den klassischen Türen für die Bewirtschaftung – insbesondere Haustüren, Allgemein- und Kellertüren sowie Tiefgaragen – setzt die ABG KIWI bereits für weitere Anwendungsfälle ein. So werden auch einzeln geschaltete Fahrradboxen digital geöffnet. Darüber hinaus nutzt die Genossenschaft KIWI-Transponder zur Authentifizierung an Druckern für die eigenen Mitarbeiter.
Einordnung
Für die Wohnungswirtschaft stellt die Verwaltung von Zutrittsrechten in großen Beständen eine wiederkehrende organisatorische Herausforderung dar. Bei Handwerkereinsätzen, Instandhaltungsmaßnahmen oder Mieterwechseln müssen klassischerweise physische Schlüssel ausgegeben, zurückgenommen oder nachbestellt werden. Ein wesentlicher Vorteil der digitalen Lösung liegt für die ABG genau in dieser einfacheren Organisation: Berechtigungen lassen sich digital vergeben und nach Abschluss eines Einsatzes wieder entziehen, ohne dass physische Schlüssel im Umlauf sind.
Auch bei Mieterwechseln lassen sich Zutrittsrechte zentral verwalten. Dies reduziert den administrativen Aufwand, der bisher mit der klassischen Schlüsselverwaltung verbunden war. Die Entscheidung der ABG, die Digitalisierung der Zutrittsinfrastruktur mit dem Sanierungszyklus zu verknüpfen, zeigt zudem einen pragmatischen Ansatz: Statt zusätzlicher Einzelmaßnahmen wird die Umstellung mit ohnehin geplanten baulichen Eingriffen verbunden, was organisatorischen und wirtschaftlichen Aufwand reduzieren kann.
Praxis-Tipps
- Eine schrittweise Einführung, beginnend mit einer Erprobungsphase in der eigenen Verwaltung, kann helfen, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln, bevor ein größerer Rollout erfolgt.
- Die Integration digitaler Zutrittssysteme in ohnehin anstehende Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen kann zusätzliche Einzelmaßnahmen und damit verbundenen Aufwand vermeiden.
- Digitale Zutrittsrechte eignen sich besonders für temporäre Berechtigungen, etwa bei Handwerkereinsätzen, da sie nach Abschluss der Arbeiten unkompliziert wieder entzogen werden können.
- Auch über klassische Türen hinaus lassen sich digitale Zutrittssysteme für weitere Anwendungsfälle wie Fahrradboxen oder die Authentifizierung an Geräten wie Druckern nutzen.
Ausblick
Die ABG Wuppertal plant, den Einsatz von KIWI schrittweise auf weitere Gebäude ihres Bestands auszuweiten. Da die Umstellung eng an den laufenden Sanierungszyklus gekoppelt ist, dürfte die weitere Ausbreitung der digitalen Zutrittskontrolle über mehrere Jahre hinweg erfolgen, parallel zu den regulären Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen der Genossenschaft. Für die Wohnungswirtschaft insgesamt liefert das Vorgehen der ABG ein Beispiel dafür, wie sich die Digitalisierung von Zutrittsinfrastruktur organisatorisch in bestehende Sanierungsprozesse integrieren lässt, statt sie als separates Digitalisierungsprojekt zu behandeln.